Statement

In meinen aktuellen Arbeiten steht das Material am Anfang. Der helle, zunächt neutrale wirkende Scherben und die schwarze, übergebrannte Engobe bilden die Ausgangspunkte – eine stille Fläche und ein bewusster Strich. Diese reduzierten Elemente wollen einen Dialog zwischen Form und Perspektive, zwischen Objekt und Betrachter*in. Objekte und Wandbilder entwickeln sich aus dem Spannungsfeld zwischen dem Eigenen und dem Anderen, der Zuversicht und Bereicherung durch unterschiedliche Betrachtung, durch Wiederholung und Variation. Der dunkle Strich wird dabei zum ordnenden Element, er fordert Raum und bekommt diesen vom Scherben, ohne ihn zu verdrängen. Seine Härte wird durch das Material gebrochen, findet Halt im Ton, der ihn trägt. So entstehen konzentrierte Kompositionen, in denen sich die Gegensätze von Fläche und Linie, Form und Bedeutung herausfordern. Bedeutungen dürfen in der Varianz und der Resonanz der Linie zur unbezeichneten Fläche gefunden werden.

Karl Lobo

Leipzig
DEU